
Blog
Vom Krisenmodus zur Procurement Excellence – wie Interim Manager Einkaufsorganisationen durch unsichere Zeiten manövrieren
Regulatorische Vorgaben, volatile Märkte und steigende Anforderungen machen Einkaufstransformation unvermeidlich. Interim Manager bringen die Erfahrung und Umsetzungskraft, um Procurement Excellence schnell und nachhaltig zu verankern.
Wir haben mit Axel Ehmann, einem erfahrenen Interim Manager, gesprochen. Er bringt nicht nur jahrelange Erfahrung aus dem strategischen Einkauf mit, sondern auch wertvolle Einblicke aus der Finanzbranche, in der mit strengen Regularien und komplexen Projekten gearbeitet wird. Genau dieses Wissen ist für viele Unternehmen heute hochrelevant – denn erstmals sehen sich zahlreiche Branchen mit regulatorischen Anforderungen und Compliance-Themen im Einkauf konfrontiert. Wie man Einkauf „sexy“ macht, Teams befähigt und Strukturen aufbaut, die langfristig tragen, erzählt er im Interview.
„Aufwändige regulatorische Anforderungen werden in immer mehr Branchen Realität – Unternehmen müssen ihren Einkauf jetzt so aufstellen, dass sie vorbereitet sind, statt überrascht zu werden.“
TALENT-net:
Axel, du bist seit vielen Jahren als Interim Manager im Einkauf tätig. Kannst du uns kurz schildern, was Procurement Excellence für dich bedeutet?
Axel Ehmann:
“Sehr gerne. Procurement Excellence bedeutet für mich, den Einkauf ganzheitlich zu professionalisieren: Prozesse klar strukturieren, Organisation und IT auf strategische Ziele ausrichten und die Kompetenzen der Teams gezielt weiterentwickeln. Es geht nicht nur um kurzfristige Einsparungen, sondern darum, den Einkauf als echten Werttreiber im Unternehmen zu positionieren – und das so, dass er für Talente und Fachbereiche attraktiv wird. Anders gesagt: Einkauf wieder „sexy“ machen.”
TALENT-net:
Du hast deinen beruflichen Ursprung in der Beratung, bringst Erfahrung aus der Finanzbranche und langjährige Projektleitung mit. Was hat dich in den Einkauf geführt?
Axel Ehmann:
“Um ehrlich zu sein, bin ich eher durch Zufall in den Einkauf geraten. Dabei habe ich aber früh erkannt, dass der Einkauf in vielen Unternehmen ein vernachlässigter Bereich ist – mit riesigen, ungenutzten Potenzialen. Während Vertrieb und Produktion meist im Fokus stehen, bleibt der Einkauf oft reaktiv, überlastet und unterschätzt. Dabei stecken hier enorme Chancen: bessere Kostenstrukturen, schlankere Prozesse und messbare Beiträge zum EBIT.
Meine Kernkompetenzen liegen im indirekten Einkauf sowie im Projektmanagement, insbesondere in der Finanzbranche. Gerade dort habe ich gelernt, wie wichtig es ist, mit komplexen Regularien, strengen Vorgaben und einer Vielzahl an Stakeholdern zu arbeiten. Dieses Wissen ist m.E. heute für andere Branchen extrem wertvoll – denn viele Unternehmen sehen sich aktuell erstmals mit regulatorischen Anforderungen im Einkauf konfrontiert. Methoden, Strukturen und Best Practices, die in der Finanzwelt selbstverständlich sind, lassen sich sehr gut übertragen und schaffen auch in anderen Industrien enorme Mehrwerte.
Aus meiner Erfahrung gilt: „Einkauf ist Einkauf“ – unabhängig von der Branche. Wissen, Methoden und Kompetenzen lassen sich branchenübergreifend einsetzen. Genau das habe ich in den vergangenen Jahren vielfach getan: als Interim Manager Organisationen befähigt, Prozesse verschlankt und den Einkauf als echten Business Partner etabliert.”
"Im indirekten Einkauf schlummern enorme Potenziale: optimierte Kostenstrukturen, mehr Effizienz und direkter EBIT-Einfluss – sie bleiben oft ungenutzt, weil Strukturen und Kapazitäten fehlen."
TALENT-net:
Viele Unternehmen setzen noch immer stark auf externe Beratung, wenn es um Professionalisierung geht. Was unterscheidet deine Rolle als Interim Manager von klassischen Beratern?
Axel Ehmann:
“Der Unterschied ist klar: Ein Berater bringt Konzepte, ein Interim Manager setzt sie um. Ich übernehme operative Verantwortung, stehe mitten im Tagesgeschäft und begleite die Umsetzung Schritt für Schritt. Das schafft nicht nur schnellere Wirkung, sondern auch Akzeptanz bei den Mitarbeitern – weil sie sehen, dass es nicht bei Folien bleibt, sondern echte Veränderungen passieren.”
TALENT-net:
Welche Hebel siehst Du, wenn es darum geht, den Einkauf in Unternehmen nachhaltig zu stärken?
Axel Ehmann:
“Drei wesentliche Hebel:
- Enablement – also die Befähigung der Teams, selbst Verantwortung zu übernehmen und Einkaufskompetenz im Unternehmen zu verankern.
- Strukturierung – klare Prozesse, ein sauberes Rollenverständnis und digitale Tools, um Transparenz zu schaffen und Effizienzen zu heben.
- Strategische Ausrichtung – Organisation, Prozesse, IT und Kompetenzen müssen auf die Unternehmensziele einzahlen. Nur dann ist der Einkauf nicht reaktiv, sondern gestaltend unterwegs.”
"Interim Manager bringen eine Problemlösungskompetenz mit, die interne Teams und klassische Berater alleine selten leisten: Sie analysieren, strukturieren und setzen sofort um.“
TALENT-net:
Wo liegt deine besondere Stärke, wenn du in ein Unternehmen kommst?
Axel Ehmann:
“Ich bringe eine hohe Problemlösungskompetenz mit. Interim Management bedeutet für mich, in kurzer Zeit Situationen zu analysieren, Prioritäten zu setzen und mit Pragmatismus und Struktur schnelle Ergebnisse zu liefern. Gleichzeitig verstehe ich mich als “Befähiger”: Ich möchte, dass die Organisation nach meinem Einsatz selbständig weiterarbeiten kann – mit mehr Klarheit, mehr Kompetenz und mehr Energie im Einkauf”
TALENT-net:
Was würdest du Unternehmen raten, die aktuell überlegen, ihren Einkauf zu professionalisieren?
Axel Ehmann:
“Warten Sie nicht, bis Ressourcen knapp sind oder Projekte aus dem Ruder laufen. Wer frühzeitig in die Professionalisierung des Einkaufs investiert, steigert nicht nur die Effizienz, sondern schafft ein Fundament für Wachstum und Innovation. Interim Manager können hier eine Brücke schlagen: Sie bringen sofort Wirkung in laufende Prozesse, bauen Know-how im Team auf und hinterlassen eine Einkaufsorganisation, die zukunftsfähig aufgestellt ist.“
*Procurement Excellence
*Procurement Excellence steht für einen strategisch ausgerichteten, leistungsstarken Einkauf, der weit über reine Kostenreduktion hinausgeht. Durch transparente Prozesse, datenbasierte Entscheidungen, enge Lieferantenpartnerschaften und den gezielten Einsatz digitaler Tools trägt Procurement Excellence maßgeblich zur Wertschöpfung, Risikominimierung und Innovationsfähigkeit eines Unternehmens bei. Ziel ist es, den Einkauf als nachhaltigen, zukunftsorientierten Erfolgsfaktor im Unternehmen zu etablieren.


